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Griechische Brosatk..

neuen Aebersetzungen.

Herausgegeben

G. 8. & Tafel, E. N. v. Dfiander, und 6. Schwab.

Munnert ein u. siebzigeteo Bochn. Dionpfius von Halikarnaß Werke V.

Griechiſche Profaiker

in

neuen Ueberſetzungen.

Herausgegeben von G. 2. 5. Tafel, Profeſſor zu Tübingen, C. N. v. Dfiander, Profeffor zu Stuttgart, ‚und ©. Schwab, Pfarrer zu Gomaringen,

Hundert ein und fiebzigftes Bändchen.

Stuttgart, .: Verlag der J. B. Metzler'ſchen Buchhandlung.

Zür Deftreich,in Commifflon von Mörfchhner und Iufper in Wien.

Fu 1858

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| ren —— EEE Ber vr Dionyfiu von Da aruaß

Füͤnftes Banden

Urgefhidhte der Römer, überfegt von | Adolph Heinrih Chriſtian, Präzeptor am K. Württemb. Lyceum zu Lubwigsburg. n | "

Bünftes Bundchen.

Stuttgart, Verlag der J. B. Mesler’fhen Buchhandlung.

Für Oeſtreich in Eommifften von Mörſchner und Jaſp er in Wien. 1838.

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Inhalt des fünften Buche. *) *

Bor Ehr. Geb. 509.*% Die Eonfuln Lucius Junius Brutus und Lucius Tarquinius Collatinus treffen Anorbnungen zur Be: feftigung der neuen Gtaatsverfaffung. Cap. 1. 2. Der vertrie- bene König, Tarquinius, macht Verfuche zur Nüdkehr, welche durch eine Verſchwörung in Rom felbft begfinftigt werden. Cap, 3—6. Diefe Verfhwörung wird aber entdbedt und bie Theil: nehmer befiraft; der eine Conſul, Tarquinius Collatinus, wird genöthigt, fein Amt niederzulegen und die Stabt zu verlaffen; ftatt feiner wird Publius Valerius zum Conſul erwählt, welcher mit Brutud durch neue Anordnungen die Sicherheit der Repu⸗ blik befeitigt. Car. 7—13. Der vertriebene Tarquinius zieht mit

einem Etruffifhen Heere gegen Rom; Brutus fällt; die Etrufter

*) Die neberfegung des Lapus hat folgende Inhaltsüserfiht: Das fünfte Bud des Dionyſius vom Halikarnaß von ber Urgeſchichte der Römer umfaßt die Berrreisung der Nömifchen Könige, und hierauf die nad) Bertreibung der Könige unter Confuln ausge: . führten Thaten von der seiten bis zur 7iften Olympiade, eine Zeit von 12 Jahren.

Livius erzählt diefelben Begebenheiten zum Theil in anderer Ordnung und Gertalt. Zu Dionyſius i—19. vgl. Livius U, 1. % 1. 6. 3. 5. 2. 5. 1. 5. 6. 7. 8. bis ‚Mitte, Zu Dion. 20. vgl. Liv. 8. Ende. Su Dion. 26-535. vgl. Liv. 9. 10. 11. 12.11. 33 13. 13. 8. Mitte. Zu Dion. 36. vgl. Liv. 14. 15. gegen Ende. Zu Dion. 37—39. dgl. Liv. 16. Anfang. Zu Dion. .s0—h3. vol. Liv. 16. Zu Dion. 13—38. vgl. Liv. 16. Zu Dion. 29. vgl. Liv. 17. Zu Dion. 50. 51. vgl. Liv. 18. Anfang. Zu Dion. 52—57. val. Liv. 19. Anfang. Zu Dion. 58. vgl. Liv. 19. Anfang. Zu

_ Dion. 59— 77. vgl. Liv. 21. Unkang. 23. 18. gegen die Mitte.

**) Der Neberfeger der vier erften Bücher folgte in feinen chronolo⸗

nifhen Angaben der Zeitrehnung Reiske's. Da nber diefe aners

kannt unrichtig t fo hat der jegige Ueberſetzer fie verlaften zu mufen geglaubt, und hat fowohl hier als aufden Columnentiteln die richtige und allenthalben übliche Rechnungsweiſe adoptirt.

632 | Junhalt.

werden geſchlagen; Valerius zieht im Triumphe in Rom ein; Brutus erhaält eine feierliche Leiche, Eany. 14—18. Walerius kommt in ben Verdacht, er firebe nach Alleinherrfchaft, "befreit fid) aber bavon und erhält den Beinamen Publicola, Cap. 19.

Vor EHr, Geb. 508. Unter den Conſuln Valerius und Eu: cretind wird ber Cenfus vorgenommen und dene Befagung nad) Gyncerium gefickt. Cap. 20. WVor Chr. Geb. 507. Inter den Eonfuln Valerius wid Ho⸗ ratins. unternehmen Lar Porfenn, König von Clufium in Etru⸗ rien, und Mamilius, bed Targuinius Schwiegerfohn,, einen Krieg für die Tarquinier gegen: Rom. Cap. 21. Die Confuln treffen Sicherheitgmaßregeln und beziehen ein Lager, Porſena erobert dad Janiculum und rüdt gegen Rom. Car. 22. Nah einem higigen Kampfe ergreifen bie Römer die Flucht. Drei Minner Ihügen bie Stadt vor dem Eindringen der Feinde. Cap. 23 —25. Die Feinde Ingern fih vor Nom und bringen die Stadt in große Noth. Cap. 26. Dennody weifen die Nömer ben angebotenen Frieden zurück. Cajus Mucius Cordus geht ins feindliche Lager‘ mir beim Vorſatze, ben Porſena zu ermorden; fein Unternehmen mißlingt, ſedoch bewirkt er, daß Porfena zu einem ben Römern günftigen Frieden geneigter wird. Cap. 27—30. Ein Berluft burch einen Römifchen Hinterhalt veranlaßt ihn, Gefandte nach Rom zu ſchicken; es wird wegen bed Friedens unterhandelt ; die Römi⸗ ſchen Geißelinnen entjliehen unter Anführung ber Clölin; Tar⸗ quinius Aberfällt ben Romiſchen Eonful, der dieſelben zurückbringt. Porſena bricht alle Verbindung mit Tarauinius ab und fchließt Srieden mit "den Römern. Cap. 31—34,. Der Senat beidyließt Ehrengeſchenke für Porfena, Mucius und Elölia. Der Tempel bed Sapitolinifhen Jupiter wirb eingeweiht. Kay. 35. j

Bor Ehr. Geh. 506, inter den Conſuln Spurius Lartius und Titus Herminins fällt der Sohn bes Porfena, Arınd, bea ber Belagerung von Aricia; der gefchlagenen Etrufter nehmen fi) die Römer an unb weiſen Denen, welche bleiben wollen, Wohnfige in Nom an. Dafür erhalten fie" von Porfena das im leuten Frieden abgetretene Land wieder, Cap. 36, - Bor Chr. Geb, 505. Unter den Conſuln Marcus Valerius

Snbalt. 0 835

und Publius Poſtumius Tubertus fängt ber Sabtnifthe Krieg mit Streifereien an; Valerius überfaͤllt die Piünderer und richtet ein Blutbab an; ein flarked Sabinerheer rüdt aus, und beite Con⸗ fun ziehen gegen bafjelde, es kommt zu einer hitzigen Schladyt am Fluſſe Anien, in welcher bie Römer fiegen. Eay. 37— 39.

Bor Chr. Geb. 504. Unter den Eonfuln Publins Valerius Publicola und Titus Lucretius befchließen die Sabiner, aufge: ‚Fiftet von Sertus Tarquinius, gemeinfchaftlich Krieg gegen- Rom, Fibenaäͤ und Camerin fallen pon Nom ab. Titus Elaudius aus Regillum im Sapbinerlande zieht mit 5000 warfenfihigen Män- nern nach: Rom. Cap. 40. Die Sabiner beginnen ben Krieg und werden gänzlich gefchlagen. Cap. 41. 42. Fibdenaä mird erobert, Cap. 43.

Bor Chr. Geb. 503. Unter ben Conſuln Publius Poftumins Tubertus und Ayrippa Menenius Lanatus fallen die Sabiner zum drittenmal ind Römifche Gebiet ein; Poſtumius zieht gegen fie, tommt aber durch feine unbefonnene Hise in große Noth; Menes nius befreit ihn, und die Sabiner ziehen ab, Cap. 44. "Beide Theile Fürten fich aufs Nee zum Kriege: die Nömer fiegen; die Eonfuln erhalten die Ehre eines Triumphs, Menenius bie bes großen, Poſtumius bie ded Kleinen. Cap. 45 47. Publius Balerius Publicola ſtirbt, und wirb auf Staatskoſten feierlich begraben und von ben Frauen ein Jahr lang betrauert. Gay. 48,

Bor Ehr. Geb. 502. Unter den Confuln Spurius Eaffins Viſcellinus und Opiter Virginins Tricoftns wird der Sapinifche Krieg beendigt. Caſſius fchlägt die Sabiner bei Eures; fie erhals ten Frieden; Virginius erobert Cameria. Cap. 49.

. Bor Ehr. Geb, 501. Unter den Sonhim Poſtumius Eos minius und Titus Lartius heben die Sabiner in einer allgemeinen Verſammlung, zu welcher Rom nicht eingeladen wurde, aber doch Geſandte fchickte, die Freundfchaft mit Rom auf. In Rom entfieht eine Sclavenverſchworung, bie aber verrathen und unters drückt wird. Cay. 50. 51.

Bor Ehr. Geb, 500. Unter den Conſuln Servins Sulpicius Camerinus und Manius Tullius Longus fällt Fibend von ben Römern ab, und wird von Manius Tullius belagert. Die

LU

634 Inbalt.

Belagerten verlangen Hülſe von den Latiniſchen Staͤbten. Dieſe beſchließen zwar keinen Krieg gegen Rom, ſchicken aber Geſandte dahin und verlangen bie Ruͤckkehr bes Tarquinius und Auſhebung der Belagerung von Fidenk. Cap. 52. Taraquinius fliftet eine Berfhwörung in Rom felbſt anz fie wirb verrathen und bie Haupttheilnehmer mit dem Tode beftraft. Wegen Vergießung bes Büggerbluts wird eine Reinigung [Euftration] und hieranf wegen Rettung der Stadt Dankopfer und feierliche Spiele veranftaltet, Bei den Spielen kommt Manius ums Leben. Gap. 53-57,

. Bor Ehr. Geb, 499. Unter den Eonfuin Publius Veturius und Titus Aebutius Elvas wird Fidenä belagert und bie von den Latinern gefchictte Hülfe zerfirent. Sextus Zarauinius zieht nach fruchtiofer Belagerung von Signia wieder ab. Eay. 58.

Bor CEhr. Geb. 498. Unter ben „Confuln Titus Lartius Flavus und Duintus Clölius Siculus wird die Belagerung von Fidenä fortgefegt und die Stadt zur Uebergabe genöthigt.. Car. . 59 60. Die Latiner beſchließen den Krieg gegen Rom und fchieken Sefandte dahin. Beide Theile fuchen ſich Bundeögenoffen zu ver: ſchaffen. Cap. 61. 62. Bei dem Aufrufe zum Kriegsbienfte in Rom zeigt ſich Widerfpenftigkeit von "Seiten der Unvermöglichen und Verſchuldeten. Der Senat berathichlagt Über die Mittel, ‚bie Unzufriebenheit zu befchwichtigen, und beſchließt, bis nach glücklich beenbigtem Kriege bie Sache zu verfchieben, einſtweilen aber Alles ruhen zu Taffen, was nicht auf den Krieg fidy beziehe; allein die Unzufriedenheit wird dadurch nicht ganz gehoben. Cap. 63—89, Als das pefte Hälfsmittel in biefer Noth erſcheint dem Senate bie Ernennung eined Dictators, und nady erfolgter Ins fimmung: bed Wolf wird Titus Lartius zum Dictator erwählt.

Cap. 70—74. Diefer ernennt den Spurius Caſſius zum Reiter⸗

oberften, nimmt ben Cenfus vor, rückt mit bein Heere aus, und bringt einen Waffenſtiuſtand zu Stande. Hierauf kehrt er in bie Gtabt zurädt und ernennt Conſuln. eap, 75— 77.

Dionyfiug, Alerandere Sohns von Halikarnaß, Urgeſchichte der Römer

=

Fünftes Bud.

4. Die Eöniglihe Berfaffung der Nömer aljo dauerte von der Erbauung Roms 244 Fahre, wurde unter dem lebs ten Könige. eine. Defpotenherrfchaft und aus dieſen Urfachen und durch die genannten Männer aufgelöst, als die 68ſte Diympiade anbrach, in welcher Iſchomachus von Kroton in ber Rennbahn fiegte, und als Sfagoras die jährliche. Ober⸗ gewalt in Athen hatte.

- Nachdem eine Ariitoßratie Adelsherrſchaft) eingefüh 1 war, zogen Lucius Jurins Brutus und Lucius Tarquiniu Eoflatinus, die erſten Staatsoberſten [vzaros), welche die königliche Herrfchaft erhielten, da noch vier Monate von jenem Jahre übrig waren, welche die Römer in ihrer Sprache, wie ich [IV, 76. ©. 512.] ſagte, Staatsräthe [meopovio, d. h. consules] nennen, noch weiter Viele bei, als Die #

5356 Dionyf. Urgefchichte d. Römer. Fünfteg Buch.

Lager in die Etadt kamen *) nad dem Frieden, der mit den Ardeaten gefchloffen wurde, wenige Tage nach der Vers . treibung des Defpoten; beriefen das Volk zu einer Berfamm: - lung, fprachen viel von Eintracht und beftätigten durch einen neuen Befchluß, Was Die in der Stadt vorher befchloffen hatten, die Tarquinier mit ewiger DBerbannung belegend. Hierauf veranftalteten fie eine Sühnung der Stadt, ſchlachteten Opferthiere zu feierlicher Eidesteiftung, und bei den Schladht: opfern ftehend ſchworen zuerst fie fetbft und ließen die andern Bürger fchwören, weder den Tarquinius, noch feine Söhne, nod) ihre Nachkommen ans dev Berbannung zurüdzuführen, und nie mehr Jemand als König über die Stadt Rum einzus fegen, noch Denen, welche einen einfegen wollen, es zu ge: flatten. Dieß fhhworen fie für fid) und ihre Kinder und

ihre Nachkommenſchaft. Da aber die Könige von vielen großen Wohlthaten für das gemeine Weſen Urheber zu ſeyn ſchienen, ſo wollten ſie den Namen ihrer Würde beibehalten, ſo lange die Stadt dauern würde, und befahlen daher den Oberprieſtern und Bogelfhhauern, den tüchtigften von den Aelteren auszuwählen, welcher über Nichts weiter, als über die DBerehrung der Götter die Aufficht haben follte, entbunden von allem Kriegs: BKenfte, mit der Benennung DOpferkönig [vergi.1V, 74. Ende. S. 510). Zum erften Opferfönige wurde Manius Papiring, beftellt, ein Patricier, ein Mann, der den Frieden liebte. 2. Als fie diefe Anordnungen getroffen, fo faßten fie aus Beſorgniß, wie mich dünkt, es möchte bei der Menge die

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e) Nach der gewbhnlichen Lesart: dAYovrwv.

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Bor Chr. 6.509. N. R. €. Cat. 243. Barr.245. 587

falſche Anficht von der neuen Staatsverfaffung entſtehen, daß zwei Könige flatt eines Herrn der Stadt geworben . feyen, wenn jeder der beideh Confuln die zwölf Beile habe, wie fie die Könige hatten, den Entſchluß, die Bürger von dieſer Zurcht zu befreien und Bas Gehäffige ihrer Gewalt zu mildern, indem fie anordneten, daß vor dem einen Conſul die zwölf Beile, vor dem andern die zwölf Lictoren voraus⸗ gehen ſollen, welche bioß Ruthenbündel [ohne Beile] tragen, und wie Einige erzählen and Kränze; und daß der’ Bells der DBeile umgehen folle, indem jeder abwechfelnd einen Mönat fie behalte. |

Dadurch, dab fie dieſe und nicht wenige andre, dieſen ähnliche Einrichtungen trafen, machten fie die niedrige und

gemeine Volksmenge geneigt für die Fortdauer diefed Zur

flandes. Sie ernenerten nämlich die von Zullius gegebenen Gefege über die Verträge [IV. 13. S. 414.), weit fie für menſchenfreundlich und volksthümlich galten, welche alle Tar⸗ quinius aufgehoben hatte [IV, 45. ©. 470.], und befahlen, daß die Opfer, fowohl in der Stadt, ald auf dem Lande, welche die verfammelten Ganbewohner und ZTribusgenoffen gemeinfchaftlich verrichteten, wieder dargebracht werben, wie fie unter Iulfind dargebracht wurden [IV, 14.15. ©. 416 ff. vergl. mit IV, 43. ©. 470.); auch gaben fie ihnen Das Ned zurüd, eine Volksverſammlung über die wichtigften Angele⸗ genheiten zu halten, ihre Stimme abzugeben [1V, 20. S. 430. vergl. mit IV, 41. ©. 467.] und das Andre zu than, was fie nad) dem früheren Herkommen gethan hatten.

Den Meiften alfo war Das, was darch fie geſchah, er- |

wünſcht, da fie aus langer Sclaverei zu unverhoffter Freihei

[4 %

y.

.

538 Dionyf. Urgefihichte d. Römer, Fünftes Buch.

gelangten , doch fanden ſich auch Einige, die aus Dummheit, oder auch aus Selbſtſucht nady dem linheile während der Deipotenherrfchaft fi fehnten, und zwar nicht unbedentende Männer, welche fich zum Verrothe gegen die Stadt ver: fhworen, indem fie verabredeten, den Tarquinius wieder [in die Stadt] aufzunehmen und-die Eonfulu zu tödten. Wer ihre Häupter waren, und durch welchen unerwarteten Zufall fie verrathen wurden, obgleich fle allen Menfchen werborgen zu feyn wähnten, will ich erzählen, wenn id) Weniged von dem vorher Gefchehenen nadıgeholt habe.

3. Nachdem Targuinius vom Throne geftürzt war, hielt er ſich nicht lange Zeit in der Stadt Gabii auf, indem er die aus der Stadt zu ihm ſich Sammelnden aufnahm, denen die Defpotie erwünfchter war, als die Freiheit, und lich mit den Hoffnungen auf die Latiner befchäftigte, als werde er durch ‚fie wieder zur Herrſchaft gelangen. Da aber die La⸗ tinifchen] Städte ihm Eein Gehör ſcheukten, noch um feinet: willen Krieg mit der Römer Start anfangen wollten, fo verzichtete er anf Unterflüsung von ihnen und nahm feine Zuflischt zu der Etruftifchen Stadt Tarquinii, woher er von mütterlicher Seite abftammte [IK 47. ©. 352. J. Er gewann Die [edein). Gefchlechter ”) der Iarquinier durch Gefchenke und, von ihnen in die Volksverſammlung eingeführt, erneuerte er feine Verwandtſchaft mit der Stadt, zählte die Wohl⸗ thaten auf, welche fein Großvater allen Etrufkifchen Städten erwieſen, und erinnerte fie an die Verträge, welche fie mit ihm geichloffen. Neben allem Diefem bejammerte er das Miß⸗

4 *) Mit der Vaticaniſchen Handfchrift: za yirz..

Bor Ehr. ©. 509. N. R. €. Cat.243. Barr.245. 539

geſchick, das ihn betroffen, wie er an einem Tage eines großen Glücks beraubt, unſtet umberziehend und an dem’ Nothwendigfen Mangel leidend mit drei- Söhnen zn Denen feine Iuflacht zu nehmen gezwungen fei, Die einmal unter ihm geftanden. Indem er Diefes unter vielen Wehllagen und Thränen ausführte, bewog er das Volk, zuerft Geſandte nach Nom zu ſchicken, welche verfühnende Vorſchläge feinetwegen machen foliten , in der Borausfenung, Daß die dortigen Vor⸗ nehmen ihm beiftehen. und feine Rückkehr unterſtützen wer: den. Nachdem die Gefandten, welche er felbft vorſchlug, ge: - wählt waren, unterrichtete er fie, Was fie fagen und thun follen, und gab ihnen Briefe von den bei ihm befindlichen Flüchtlingen, welche Bitten enthielten, an ihre Angehörigen und Freunde, und entließ fle auch mit etwas Gold verjehen. a. Als diefe Männer nach Nom kamen, fprachen fie “vor dem Senate, „Tarquinius wünſche unter -ficherem Gefeite mit Wenigen zuerft vor dem Senate.zu erfcheinen, wie es billig fey;, dann aber, wenn er von dem Senate die Ein- willigung dazu erhalte, auch vor Die Votksverſammlung zu treten, um Rede zu ſtehen über Alles, "was er gethan ſeit er die Herrſchaft erlangt, und ſich, wenn Jemand ihn an: Hage, dem Richterfprnche aller Römer zu unterwerfen. Wenn er fich verantwortet und Alle irberzeugt habe, daß er nichts der Verbannung Würdiges gethan, fo wolle er, falls fie ihm bie Königsherrfchäft zurückgeben, wieder“ regieren mit Beobachtung Defien, was die Bürger ald Nechtens beftim- men würden; wenn fie aber nicht unter königlicher Herr⸗ fdyaft wie früher zu ftehen, fondern eing andre Staatsver: faffung einzuführen vorziehen, fo wolle er in ber Stadt, du

540 Dionyſ. Urgefchichte d. Römer. Fünftes Bud)

fie feine Vaterſtadt fen, bleiben und im Beſitze feines eige— nen Bermögens, mit Allen gleidye bürgerliche Rechte und Pflichten haben, ber Verbannung aber und: des nnfleten Umherziehens enthoben feyn.“ Nachdem fie Dieb ausgeführt, baten fie, den Senat, „vor Allem wegen des bei allen Böls ‚Lern geltenden Rechts, Niemand der Vertheidigung und

Unterfucdhung zu. berauben, auch ihm die Berantwortung zu -

geftatten,, über. welche fie ſelbſt die Entfcheidung haben wer- den; wenn fie aber ihm diefe Gunft nicht erzeigen wollen, um der Stadt willen, weiche für ihn bitte, billig zu ‚wer fahren und ihr einen Gefallen zu thun, wodurch fie felbft Beinen Schaden nehmen und’ bei der Empfängerin große Ehre einzufe: gen fcheinen werden: fle möchten als Menfchen nicht eine Geſin⸗ nung verrathen, wie fie dem menfchlichen Wefen nicht zieme, und nicht unfterblihen Groll in ſterblichen Leibern hegen, ſondern ſich überwinden, auch gegen ihr Gefühl mild zu handeln den Bittenden zu Gefallen, und bedenken, daß es Die Handlungsweiſe verſtändiger Menſchen ſey, den Freund— ſchaften die Feindſchaften aufzuopfern, unvernünftiger aber und wilder, mit den Feinden auch die Freunde zu verſtoßen.“

5. Nachdem ſie Dieſes geſagt hatten, ſtand Brutus auf und ſprach: „Von der Rückkehr der Tarquninier in dieſe Stadt, Etruſker, redet nicht weiter; denn gefaßt iſt bereite ein Befchluß, der ewige Verbannung für fie beflimmt, und bei den Göttern haben wir alle gefchworen, weder felbft die

Defpoten zurüdzuführen, nod Denen, welche fie zurüde

führen, es zu geftatten; wenn ihr aber nod) etwas Andres verlangt, das bifig ift, und was wir weder durd Eid⸗ ſchwüre noch durch Veſede verhindert ſi nd zu thun, fo redet.“

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Bor Chr. 6.509. N. R. E.Cat.243. Barr.245. 54

Hierauf traten die Gefandten vor und fprachen: „Wider Erwarten ift es mit unferm erften Gefchäfte gegangen; denn obgleicdy wir für einen fchugflehenten Mann, der euch Rede ftehen will, unterhandeften und Das allgemeine Necht als eine befondere Gunft anfprachen, fo Eonnten wir Dieß nicht erlangen. Da es num euch fo beliebt, fo dringen wir nicht mehr auf die Nüdkehr der Tarquinier, richten aber eine andre gerechte Forderung an euch, wozu wir den Auftrag von unfrer Baterfladt erhielten, und an deren Eıfüllung weder ein Geſetz noch ein Eidfchwur euch hindern wird, dem Könige fein Vermögen zurückzugeben, weiches fein Großs vater früher befaß, der Nichts von eurem Eigenthbum weder ' mit Gewalt nody heimlich an ſich brachte, fondern ed von feinem Bater überfan und zu euch hereinbrachte; denn er ift es zufrieden, wenn er das Geinige wieder edhält, enderswo beglüdt zu leben, ohne euch zu beläftigen.“

So fprachen die Gefandten und traten ab. Der eine Eonful, Brutus, rieth, die Güfer zu behalten, theils zur Strafe für die vielen und großen Unbitden, welche die Defpos ten dem gemeinen Wefen zugefügt, theils des Vortheils wegen, damit fie dadurd nicht Mittel zum Kriege erhalten, indem er vorftellte, die Tarquinier werden fich nicht begnüs gen, ihr Vermögen zurückbekommen zu haben, und fich nicht bequemen, im, Privatftande zu leben, fondern mit Hülfe fremder Völker einen Krieg gegen die Römer untemehmen und mit Gewalt wieder auf den Thron zu Fommen fuchen. Eoflatinus aber trug auf das Gegentheil an, indem er fagte, nicht die Güter ber Deipoten haben dem Staate Unbilde zu, gefügt, ſondern ihre Perfonen, und verlangte, fie-follen ſich

542 Dionyſ. Urgeſchichte d. Römer. Fünftes Bud.

vor Beiden hüten, daß fie nicht bei Alfen in fchlimmen Ruy! tommen, ale haben fie die Tarauinier wegen ihres Reichs! thums vom Throne geflürzt, und daß fie ihnen nicht eine

. gerechte Veranlaſſung zum Kriege geben, weit ihnen ihr! &igenthum entriffen worden fey. Ungewiß, fagte er, fer es, ob fie, wenn fie ihre Güter zurüderhalten, noch wegen]: der Rückkehr fie zu bekriegen unternehmen werden, gemiß| aber fey das Andre, daß fie Ach nicht ruhig werden ver: holten wollen, wenn fie ihres Vermögens beraubt feyen. 6. Als die Eonfuln fo fprachen umd beiden Viele bei: | flimmten, kam ber Senat in Berfegenheit, Was zu thun fey, und berathfehlagte mehrere Tage lang, da der Borfchlag | bes Brutus vortheiihafter, der Antrag des Collatinus aber, gerechter ſchien; endlich befchloß er, das Volk folle zwifchen Vortheil und Recht entfcheiden. Nachdem die beiden Con fuln viel gefprochen,, flimmten die Eurien, Deren es dreißig ' waren, ab und es ergab ſich ein fo geringes Uebergewicht für die eine Meinung, daß Diejenigen nur eine Stimme mehr zählten, welche verlangten, Buß man die Güter zurüd: gebe, als Die, welde dafür waren, Daß man fie behalte Als die Etrufter von den Eonfuln die Antwort erhielten, fobten fie die Stadt fehr, daß fie das Recht dem Vortheile vorgezogen habe, und thaten dem Tarquinius zu wiffen, er folle Leute fchiden, welche die Güter in Empfang nehmen; fie. ſelbſt aber blichben in der Stadt unter dem Borwande, bie beweglichen Güter zufammenzubringen und Was nicht fort: geichafft werben konnte, zu verkaufen, in Wahrheit aber mit « Unterhandlungen und mit Auskundſchaftung der Verhältniſſe " in der Stadt befchäftigt, wie ihnen der Defpot befohlen hatte.

| . , - | * Vor Ehr. G. 509. N. R. E. Cat. 243. Barr. 245. Bas

„Gie’ überfieferten nämlich die Briefe: von den Flüchtlingen ‚ihren Angehörigen und empfingen von Diefen andre an die ‚Flüchtlinge. Da Ne nun mit Vielen zufammenfamen. und ſich unterhielten, und ihre Denkungsart Bennen lernten, fins ‚gen fie an, Die, bei welchen fie fanden, daß fie leicht zu gewinnen feyen wegen Mangels an Beftigkeit der Geſinnung,

oder wegen kärglichen Fortkommens oder wegen ihrer Sehn⸗

ſucht nach den während der Deſpotenherrſchaft genofienen

Vortheilen, indem fie ihnen gute Ausſichten vorhielten und

Geld gaben, zu verführen. Es mußten fid), wie leicht zu

denken, in einer großen und volkreichen Stadt Manche fin⸗

den, welche die ſchlechtere Staatsverfaſſung der beſſern vor⸗ ziehen würden und zwar nicht bloß unter den unbedeutenden, ſondern auch unter den angeſehenen Männern. Unter dieſen waren zwei Junier, Titus und Tiberius, Söhne des Eon⸗ ſuls Brutus, welche eben exit ind mannbare Alter getreten waren, und mit ihnen zwei Bitelliev, *) Marcus und Manius,

Brüder der Fran des Brutus, ſchon tüdytig, Staatsgefchäfte

zu beforgen, und zwei Söhne der Schweſter des Eollatinug,

des andern Confuls, Lucius und Marcus Aquillius, in dem gleichen Alter mit Brutus Söhnen, hei welchen, da ihr

Vater nicht mehr am Leben war, die Zufammenfünfte meis

ſtens gehalten und die Pläne wegen der Rüdkehr der Deſpo⸗

ten verabredet wurden. .

7. Auch aus mandem Andern ſchließe ich, daß der -

. Römifche Staat durch göttliche Vorfehung zu fo großem -

9— Mit Sigonius zu Lheius U, 4, —2 Dionyſius. 58 Böchn. Ä 2

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@tüde gelangte, befünders aber aus den damaligen Bor: gängen. Denn eine ſolche Verrücktheit und Verblendung hatte jene Unglücklichen ergriffen, daß fie es wagten eigen: händig Briefe an ben Deſpoten zu ſchreiben, worin fie ihm die Zahl der Theilnehmer an der Verſchwörung und die Zeit, warn fie den Anſchlag gegen die Conſulu ausführen wollten, wöffueten, gemäß den von dem, Defpoten an fle gekommenen Schreiben, daß er vorher wiſſen wolle, welchen Römern er nach Erlangung der Herrfchaft zu Wohlthaten verpflichtet fey. Diefe Briefe nun Samen durch folgenden Zufall in die Hände der Eonfuln. Bei den Aguilliern, den Schwefterföh: nen des Collatinus, kamen die Häupser der Verfchworenen

zuſammen, unter dem Scheine. einer Einladung zu heiliger

Geier und Opfern. Nah dem Schmaufe hießen fie die Die ner aus dem Speifefaale fidy entfernen und vor die Thüren des Maännergemachs ſich begeben, taufchten ihre Meinungen über die Zurüdführung der Defpoten gegen: einander aus und fchrieben Das, was fie befihloßen, in _eigenhändigen Briefen nieder, welche die Aquillier in Empfang nehmen und den Etruskiſchen Gefandten, diefe aber dem Tarquinius überfiefern foltten. Während diefer Zeit nun blieb-von den

: aufwarfenden Sclaven ein Mundfchene, Namens Bindicius, %) ans der Stadt Cänina [Liegt Monticelil im Kriege zum Ge- fangenen gemadyt, weil er aus der Entfernung der Dieher dermuthete, daß die Männer Böſes bevathen, allein außen an der Thüre, hörte ihre Reden und fah, wie die Briefe von Allen gefchrieben wurden, indem er fein Geſicht an eine

2) Nah). der Vaticanifchen Handſchriſt: Odivdixsos.

Ber Ehr. 0.509. R.R. E. Cat. 243. Varr. 245. Bas

Wige in ber Thuͤre hielt, durch weiche man durchblicken konnte. Er ging nun, noch tief in ber Nacht fort, ats wäre er von feinen Gebietern zu irgend einem Behufe auss

geſchikt, trug aber Bebenten zu den Eonfuln zw gehen, weil j

er fürdhtete, fie möchten aus Liebe zu ihren Berwandten die Sache verhehlen wollen und den Angeber der Verſchwöruug anf Die Seite ſchaffen; begab ſich zu Publius Valerius, der unter den vier Erſten war, welche die Defpotenherrfchaft ſtürzten, reichte ihm feine Rechte und nach erhaltener eidli⸗ der Zufiherung, daß er Nichte u gefahren habe, zeigte er ihm an, Was er gehört und gefehen hatte. Diefer nun, ats er Alles erfahren, begab ſich ohne weitern Auffhub mit einer flarfen Schaar von Hörigen TEtienten] und Freunden am frühen Morgen zu dem Haufe ber Aguiktier und trat, als kame er zu einem andern Behufe, ungehindert durch die Thüre ein, da die jungen Leute noch im Haufe waren, bemächtigte fidy der Briefe, nahm die Jünglinge. gefangen und führte fie vor die Eonfutn. *9

8. Da ich die nun folgenden Thaten des einen Conſuls, Brutus, hohe und bewundernswürdige, zu erzählen babe, auf welche die Römer fid) fo Großes einbilden, fürchte th, es möchte den [andern] 9) Griechen ſcheinen, ich erzähle Graufames und Unglaubtiches, da alle Menfchen gewohnt find, nad) dem @inheimifchen zu beurtheilen Was Man von

Andern erzählt, und das [an ſich Glaubliche in Beziehung

*) alloıs ſehlt in der Baticanifchen Handſchrift. ebenfalls wäre ber Sinn; „andern Leuten, naͤmlich den Griechen.”

2 *

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auf fich unglaublich zu machen [d. h. zu bezweifeln] ; *) aber dennoch will ich es erzählen. Gobald es nämtlid) Tag geworden war, febte er fih auf deu Richterſtuhl durchſuchte die Briefe der. Verſchwornen, und als er die von feinen Söhnen fand, er erkannte fie an den Giegeln, löste er das Siegel und ließ zuerft beide non dem Schreiber vorlefen, daß alle Anwefende es hörten; dann bieß er feine Söhne reden, wenn fie Etwas fügen wollten... Als aber Keiner auf unverfchämtes Läugnen ſich zu legen wagte, da fie ſchon längft das Urtheil fich gefpro= hen hatten und beide weinten, fo wartete er eine Pleine Weite, ließ dann Stillſchweigen gebieten, und während Alles in Erwartung war, was die Sache für ein Ende neh: - men werde, fagte er, er verirtheile feine Söhne zum Tode, Auf dieſes ſchrieen Alle laut auf, da fie es für unrecht hiel: ten, daß ein folder Mann durch den Tod feiner Söhne einen Beriuft erleide, und wollten den Jünglingen das Leben ſchenken dem Vatch zu Gefallen. Er aber, ohne fih an ihr Geichrei und FJammern zw Eehren, *%°) befahl den Lictoren, die Fünglinge fortzuführen, während fie jammerten und flehten und ihn mit den füßeften Liebesworten anriefen. Be: wunbernswürdig fchien zwar ſchon Das Allen, daß er weder auf die Bitten feiner Mitbürger noch auf die Mehklagen feiner Kinder nachgab, noch viel bewmundernswürdiger aber feine unerfchütterliche Seftigkeit bei ihrer Beftrafung. Denn er erfanhfe weder, daß feine Söhne anderswohin geführt

”) ach ber gewöhnlichen Lesart: 10 50V ig’ EAUVTOUS TTOLEiV. ») Nach ber gewöhnlichen Lesart: dyzeyonevoc.

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Bor Ehr. 6.509. N. R. E. Cat. 243. Varr. 245. 547 werden und nicht vor Aller Augen flerben, noch ging er felbft vom Markte weg, bis die Strafe an ihnen vollzogen wäre, um dem gräßlichen Anblide auszumweichen, noch ließ er fie ohne eutehrende Stänpung den befchloffenen Tod leiden, fondern beobachtete alles bei der Beftrafung Herkommliche und Gefesliche, was den Uebelthätern beſtimmt ift, und ließ auf dem Markte vor Aller Augen ihre Körper von Schlägen zerfleifchen und, fetbft bei dem ganzen Hergange gegenwärtig, endlich mit den Beile ihnen den Kopf abſchlagen. Ueber all

das Unglaublihe und Erftaunlihe an dieſem Manne aber

ging fein regungsfofes und unverändertes Gefiht; denn wäh⸗ rend die Andern alle, weldye bei dem Vorgange zugegen waren, weinten, fab man ihn allein weder das Schiekfal feis ner Söhne beweinen, nod ſich ſelbſt wegen der fein Haus treffenden Kinderlofigkeit beklagen, noch, irgend eine weichere . Empfindung verrathen, fondern thränen =, feufzer « und res gungslos blieb er und ertvug das Unglüd ftandhaft. So flarE war er am Geifte und fo fell in Per Ausführung des Befchlofienen, fo fehr Herr über die das Ueberlegen ftörenden Affekte.

9. Nachdem er feine Söhne getödtet, rief er ſogleich die Schweiterföhne feines Amtsgenoffen, die Aquillier, bei welchen die Sufammenkünfte der gegen den Staat Verſchwo⸗ renen gehalten wurden. Er befahl dem Schreiber, ihre Briefe .. vorzuleſen, daß alle Anwefende es hören, und jagte dann, er. geftatte ihnen ſich zu vertheidigen. Als nun die Jüng⸗ linge an den Richterſtuhl geführt wurden, fo fielen fie, fey es, daß einer ihrer Freunde es ihnen angerathen, ober daß fie felbft Darauf gekommen, ihrem Oheim zu Füßen, als

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erwarteten ſte, von ihm gerettet zn werben. Brutus aber befahl ben Lirtoren, fie wegzureißen und zum Tode zu fühs ven, wenn fie fich nicht vertheidigen wollen. Da fügte Col⸗ latinus zu den Kictoren, fie follen ein wenig warten, bis er mit feinem Amtsnenoffeh geſprochen habe, nahm ihn hei

Seite und beftärmte ihn mit vielen Bitten für die Züngfingez

er entſchuldigte fie, durch: jugendlichen Unverftand und ſchlech⸗ gen Umgang feyen fle in dieſe Berblendung gerathen; er bat, ihm zu Gefallen möchte ex feiner Verwandten Leben fchonen, dieß ſey die einzige Gunft, Die er von ihm fordre, und nie mehr werde er wegen fonft Etwas ihn beläftigen; er ftellte ihm vor, es fey zu fürchten, daß die ganze Stadt in Unruhe gerathe, wenn fie Alle mit dem Tode zu beftrafen unterneh⸗ men, welde verbächtig feyen, die Verbannten in Betreff der Rückkehr zu unterflügen ; denn es feyen ihrer viele, und . Ühige ans nicht unbedeutenden Hänfern. Als er ihn aber nicht bewegen konnte, verlangte er zuletzt, er folle nıchk den Tod, fondern eine mildere Strafe über fie verhängenz es fey angereimt, fagte er, während man die Defpoten mit ber Berbannung beftraft habe, die Freunde der Deſpoten mit ‚dem Tode zu firafen. Da aber Jener audy der Ermäßigung ber Strafe ſich widerfegfe, und nicht einmal auf eine andre Seit die Aburkheilung der Schufdigen verſchieben wollte, dieß war nämlich die lebte Bitte feines Amtsgenoſſen; fondern am nämlihen Tage noch Alle zu tödten drohte und ſchwor: fo wurde Eollatinus verdrießtich, daß er Nichts, was er verlangte, erhalten Fonnte und fagte: „weil du alfo un: menfchlich und unerbittfich biſt, fo fege ich die Jünglinge fo- gar in Sreibeit, da ich biefelbe Gewalt, wie du, beſige.“

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Bor Chr. &.509.. N. N. E. Cat. 243. Baur. 245. 569

Brutus, dadurch aufgebracht, fprach: „Wenigſtens fo lange ich lebe, Eollatinne, wirft du die Berräther des Vaterlands der Strafe nicht zu entreißen vermögen, fondern auc dic) wird die verbiente Strafe treffen und das bald.“

10. Nach diefen Worten übergab er die Fünglinge einer Wade. uud berief dad Bolt zur Berfanmiung. Als der Markt fid) mit Menfchen gefüllt hatte; denn in der ganzen. Stadt war der Borgang mit feinen Söhnen befannt gewor⸗ den, trat er vor, ließ die angefehenften Senatoren neben fi) ſtehen, und fprach alfo: „Ich wünfchte zwar, Bürger, daß diefer Eollatinus hier, mein Umtsgenoffe, in Allem mit mir gleich denke, und nicht bloß mit Worten, fondern auch mit der That die Defpoten haffe und bebriege; da aber feine entgegengefegte Sefinnung mir offenbar geworden, und er nicht bloß feiner Abflammung nad den Zarguiniern verwandt it, fondern auch feiner Denknungsart nad, indem er eine - Yusföhnung mit ihnen betreibt, und ſtatt des gemeinfchafte lichen Nutzens auf feinen eigenen Vortheil flieht, fo bin ich entfchloffen, ihn zu hindern, was er Böſes im Sinne hat, auszuführen, und fordre